Korbach(pm). Der Agenturbezirk Korbach hat im Juli einen Anstieg der Arbeitslosenzahl zu verzeichnen. In den beiden Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder waren 8978 Arbeitslose gemeldet, 338 mehr als im Juni (plus 3,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöht sich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr sind aktuell 535 Arbeitslose mehr registriert (plus 6,3 Prozent), die Quote lag im Juli 2024 bei 4,5 Prozent. „Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist aus mehreren Gründen erwartbar“, erläutert der Korbacher Agenturleiter Volker Breustedt. „Zum Quartals- und Halbjahresende enden vermehrt Arbeitsverhältnisse und es melden sich junge Menschen nach Schul- oder Ausbildungsende arbeitslos, die noch keine direkte Anschlussbeschäftigung befunden haben. Zudem verschieben Betriebe die Einstellung neuer Beschäftigten zum Teil auf die Zeit nach den Sommerferien.“ Unabhängig vom Saisoneffekt wird laut Breustedt insbesondere im Vergleich mit dem Juli des Vorjahres deutlich, dass sich die wirtschaftliche Schwäche weiterhin auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt. Die Arbeitslosigkeit sei innerhalb eines Jahres um mehr als 6 Prozent gestiegen, gleichzeitig gebe es einen Zuwachs an offenen Stellen von 5 Prozent. Dabei besteht insbesondere Bedarf an qualifizierten Mitarbeitenden: Für rund drei Viertel der gemeldeten Stellen suchen die Betriebe Fachkräfte oder Spezialisten. „Das zeigt einmal mehr, dass sich Ausbildung und Qualifizierung auf alle Fälle lohnen“, so Breustedt. „Das gilt nach dem Ende der Schulzeit gerade für junge Menschen, die mit einer Ausbildung den Grundstein für ihr Berufsleben legen.“ Er wirbt dafür, jetzt den Endspurt in Sachen Ausbildungsplatz zu starten: „Es sind im Agenturbezirk noch fast 700 Ausbildungsstellen für dieses Jahr zu besetzen. Viele Angebote gibt es zum Beispiel für künftige Einzelhandels- und Industriekaufleute, im Verkauf, in der Logistik und im Metallbau. Aber auch für zahlreiche andere Berufe werden noch Auszubildende gesucht.“ Die Berufsberatung der Korbacher Arbeitsagentur hilft bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz, Terminvereinbarung unter https://arbeitsagentur.de/link/termin.
Die genannten Saisoneffekte werden auch beim Vergleich der Personengruppen deutlich: In allen Gruppen ist im Juli die Arbeitslosigkeit gestiegen, prozentual am stärksten bei den jungen Menschen unter 25 Jahren (plus 143 auf 1169 Personen, plus 13,9 Prozent). Bei den Frauen zeigt sich ein Zuwachs um 241 (plus 6,5 Prozent), bei den Ausländern um 99 (plus 3,3 Prozent) und bei Männern und Älteren jeweils um 2 Prozent. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Juli erneut gestiegen, um 49 auf 2410 Personen (plus 2,1 Prozent). Im Jahresvergleich ergibt sich ein Zuwachs um 263 Langzeitarbeitslose (plus 12,2 Prozent). In beiden Rechtskreisen ist die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Bei der Agentur für Arbeit (Rechtskreis Sozialgesetzbuch III) waren 3765 Arbeitslose gemeldet, 216 mehr als im Juni (plus 6,1 Prozent). Die beiden Jobcenter im Agenturbezirk (Rechtskreis Sozialgesetzbuch II) verzeichneten 5213 Arbeitslose, 122 mehr als im Juni (plus 2,4 Prozent). 2374 offene Stellen waren zum Stichtag im Agenturbezirk gemeldet, 57 weniger als im Juni (plus 2,5 Prozent) und 112 mehr als im Juli 2024 (plus 5,0 Prozent). Im Agenturbezirk haben bis zum 27. Juli 15 Betriebe neu Kurzarbeit angezeigt, von der maximal 159 Beschäftigte betroffen sein können. Vor einem Jahr waren es 11 Betriebe mit bis zu 720 betroffenen Mitarbeitenden.
Die Arbeitsmarktzahlen in den Landkreisen
Landkreis Waldeck-Frankenberg: Im Landkreis Waldeck-Frankenberg waren im Juli 4276 Menschen arbeitslos gemeldet, 90 mehr als im Juni (plus 2,2 Prozent) und 242 mehr als vor einem Jahr (plus 6,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt von 4,7 auf 4,8 Prozent, vor einem Jahr hatte sie bei 4,5 Prozent gelegen. Der Bestand an offenen Stellen hat sich seit Juni um 90 auf 1459 erhöht, das sind 310 mehr als vor einem Jahr.
Korbach mit Bad Wildungen: 1874 Personen ohne Arbeit waren im Juli in Korbach und Bad Wildungen gemeldet, 74 mehr als im Juni (plus 4,1 Prozent) und 4 mehr als vor einem Jahr (plus 0,2 Prozent). Die Quote liegt bei 4,4 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Juni und der gleiche Wert wie vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Frankenberg: 1499 Arbeitslose verzeichnete die Geschäftsstelle Frankenberg im Berichtsmonat, ein Zuwachs um 11 seit Juni (plus 0,7 Prozent) und ein Anstieg um 173 gegenüber dem Vorjahreswert (plus 13 Prozent). Die Arbeitslosenquote in Frankenberg steigt von 5,1 auf 5,2 Prozent, das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als im Juli 2024.
Geschäftsstelle Bad Arolsen: In der Geschäftsstelle Bad Arolsen ist die Zahl der Arbeitslosen um 5 auf 903 gestiegen (plus 0,6 Prozent), das sind 65 mehr als vor einem Jahr (plus 7,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,1 Prozent. Im Juni hatte sie 5,0 Prozent betragen, vor einem Jahr 4,7 Prozent.
Landkreis Schwalm-Eder: 4702 Arbeitslose waren im Juli im Schwalm-Eder-Kreis registriert, 248 mehr als im Juni (plus 5,6 Prozent) und 293 mehr als im Vorjahresmonat (plus 6,6 Prozent). Die Quote beträgt 4,7 Prozent, das sind jeweils 0,3 Prozentpunkte mehr als im Juni und im als Vorjahresmonat. 915 offene Stellen waren im Landkreis gemeldet, 33 weniger als im Juni und 198 weniger als vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg: 2227 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar-Homberg erfasst, 134 mehr als im Juni (plus 6,4 Prozent) und 151 mehr als vor einem Jahr (plus 7,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote steigt gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent.
Geschäftsstelle Melsungen: In der Geschäftsstelle Melsungen waren im Juli 1309 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 71 mehr als im Juni (plus 5,7 Prozent) und 126 mehr im Jahresvergleich (plus 10,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 5,1 Prozent, das sind 0,3 Prozentpunkte mehr als im Juni und 0,5 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.
Geschäftsstelle Schwalmstadt: 1166 Menschen auf Jobsuche zeigt die Juli-Statistik für die Geschäftsstelle Schwalmstadt, 43 mehr als im Juni (plus 3,8 Prozent) und 16 mehr als im Juli des Vorjahres (plus 1,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,3 Prozent, das sind 0,1 Prozentpunkte mehr als im Juni und der gleiche Wert wie im Juli 2024.

